Im heutigen digitalen Zeitalter sind soziale Medien für Institutionen unerlässlich, um ihre Zielgruppen zu erreichen und zu binden. Doch die Nutzung bringt vielfältige Herausforderungen mit sich. Es gilt, individuelle, auf die Zielgruppen maßgeschneiderte Strategien zu entwickeln und stets anzupassen. Für die Umsetzung steht eine Unzahl an Social-Media-Tools zur Verfügung.
In unserem Austausch haben wir sowohl Ähnlichkeiten in unseren Strategien gefunden, als auch Unterschiede im Ansatz – je nachdem was für ein Produkt oder eine Dienstleistung das jeweilige Unternehmen vertritt.
Hier eine Zusammenfassung unseres Austausches:
Social-Media-Kanäle und Inhalte:
Alle Institutionen nutzen Instagram und Facebook als Hauptkanäle, wobei Instagram zunehmend an Bedeutung gewinnt.
TikTok wird von einigen für eine jüngere Zielgruppe genutzt.
LinkedIn dient primär der Unternehmenskommunikation und der Veröffentlichung von Stellenangeboten.
Pinterest wird von einer Einrichtung sehr erfolgreich zur Verbreitung von Sammlungsinhalten genutzt, da es hohe Reichweiten erzielt.
X wird mittlerweile von niemanden mehr verwendet.
Die größte Herausforderung bei der Content-Erstellung ist der Zeitaufwand, insbesondere für hochwertige Videoinhalte wie Reels und die Beantwortung der Anfragen die mittlerweile auch über diese Kanäle kommen. Eine Herausforderung ist die Moderation von Kommentaren, insbesondere bei historischen Themen, da Diskussionen schnell aus dem Ruder laufen und Falschinformationen verbreitet werden können.
Facebook war bei manchen speziell in den Coronajahren erfolgreich, wird von einigen als Plattform mit einer älteren, aber immer noch sehr aktiven Community wahrgenommen, die Zahlen entwickeln sich dort aber nicht mehr weiter.
Einige haben vor, Mitarbeiter des Unternehmens oder Künstler selbst auf den Social-Media-Kanälen zu präsentieren, z.B. in Form eines Interviews.
Zusammenarbeit mit Influencern:
Die meisten Einrichtungen arbeiten mit Influencern zusammen, meist auf Basis von kostenlosem Eintritt oder Gegenleistungen, anstatt Bezahlung. Anfragen kommen oft von den Influencern selbst. Wichtig ist dabei, dass der Content des Influencers zur Einrichtung passt. Einige Institutionen haben feste Kriterien oder Prozesse zur Auswahl von Influencern entwickelt:
- Auswahlkriterien: Die Passung des Influencers zum Markenbild und die Relevanz für die Zielgruppe sind entscheidend. Die Anzahl der Follower spielt eine Rolle, aber auch die Engagement-Rate und die Qualität der Community.
- Gegenleistungen: Häufig werden kostenloser Eintritt für den Influencer und Begleitpersonen angeboten. Im Gegenzug werden Stories, Feed-Posts oder Blogbeiträge erwartet.
- Kostenpflichtige Kooperationen: Selten werden Influencer für Posts bezahlt. Wenn dies der Fall ist, handelt es sich meist um spezielle Kampagnen mit strategischem Hintergrund und einer genauen Analyse der Reichweite und des TKP (Tausender-Kontakt-Preis).
- Herausforderungen: Es gibt viele Anfragen von Influencern, die nur an kostenlosem Eintritt interessiert sind und keinen relevanten Content liefern. Ein weiteres Problem ist das Fotografier- und Filmverbot während der Touren, was spezielle Termine und zusätzlichen Aufwand erfordert.
- Tools: Eine Einrichtung nutzt die App “Freachly” (jetzt “Alphin”), über die sie Angebote für Influencer hinterlegen und deren Beiträge für eigene Werbezwecke nutzen können.
Paid Social Media:
Die Meinungen über die Effektivität von bezahlter Werbung gehen auseinander. Einige testen Kampagnen auf Facebook/ Meta und messen den Erfolg am Ticketverkauf. Es wird jedoch angemerkt, dass Direktverkäufe über Anzeigen schwierig zu messen sind, da Nutzer oft erst Inspiration suchen, bevor sie kaufen. Daher wird empfohlen, zunächst auf Reichweite zu setzen, um den Algorithmus zu “trainieren” und die Zielgruppe besser kennenzulernen, bevor gezielte Verkaufsstrategien verfolgt werden.
Weitere Aspekte und Herausforderungen:
- Ressourcenmanagement: Personelle und zeitliche Ressourcen sind bei vielen begrenzt, was die Produktion von hochwertigem Content erschwert.
- Strategische Ausrichtung: Einige Einrichtungen arbeiten noch nicht sehr strategisch im Social Media Bereich, sondern bespielen die Kanäle eher punktuell zur Bekanntmachung.
- Kanalzusammenführung: Eine Einrichtung hat aufgrund historischer Entwicklungen zwei YouTube-Kanäle, die idealerweise zusammengeführt werden müssten, was aber technisch nicht einfach ist.
- Datenschutzbedenken: Insbesondere bei TikTok gibt es Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes.
- Abhängigkeit: Das Beispiel „X“ hat gezeigt, dass es notwendig ist auf mehreren Kanälen präsent zu sein.
Als erste Ideen für ein thematisch vertiefendes/weiterführendes Get-Together sind:
- KI-Anwendungen
- Digitale Tools zur Erstellung von Content und zur Verwaltung der Abläufe.

