Archiv des Autors: INTOURA Geschäftsstelle

Plakat-Aktion „Endlich mal ungestört Berlin entdecken“

Die in der vergangenen Woche gestartete Plakat-Aktion geht ins Finale und in den Druck! Ein echtes Mitglieder-Sponsor-Projekt, das den Zusammenhalt in dieser Krise zeigt: mattheis Werbeagentur hat in einer Blitz-Aktion die Gestaltung entwickelt. Kulturplakatierung Berlin GmbH wird 2.500 Plakate auf eigene Kosten in Berlin aufhängen und INTOURA hat die Druckkosten übernommen.

Wir bedanken uns für die freundliche Unterstützung unserer beiden Fördermitglieder und freuen uns auf das Plakat, das die Attraktionen unserer Stadt unterstützen wird, die bereits wieder geöffnet sein dürfen.


Für Details zu Öffnungszeiten, Preisen, Hygiene-Infos etc. klicken Sie bitte auf den jeweiligen Link.

Diese Liste wird ständig erweitert. – Wenn Ihre Attraktion geöffnet ist, aber Sie noch nicht in unserer Liste stehen, schreiben Sie uns gern eine Email.

Senat lockert ohne Risikoabschätzung zwischen den Branchen

PRESSEINFORMATION 21. April 2020

+++ Boutiquen, Malls und Kaufhäuser dürfen laut heutigem Senatsbeschluss ab morgen wieder öffnen, Friseure in Kürze, Eisdielen und Buchhandlungen waren nie geschlossen – zur Aussetzung verdammt bleibt dagegen die Branche mit den besten Voraussetzungen für ein geringes Infektionsrisiko: die Kultur- und Freizeitanbieter Berlins. Museen sollen erst am 4. Mai öffnen dürfen, Theater nicht vor August, zu anderen Freizeiteinrichtungen hat sich der Senat nicht ansatzweise geäußert. +++

Frequenzsteuerung seit Jahren bewährt und erprobt

Kultur- und Freizeiteinrichtungen planen ihre Besucherfrequenz seit langem mit Showzeiten, Slots und Zeitfenstern. Während sich vor Super- und Baumärkten seit Wochen Schlangen bilden, könnten Gäste im Kultur- und Freizeitbereich ihre Einlasszeit online auswählen und dann ohne Wartezeit eingelassen werden. Dadurch lassen sich Schlangen, Kassentätigkeiten und Bargeldverkehr fast vollständig vermeiden – und für den Fall einer Infektion liegen die Kontaktdaten der Gäste vor: Eigentlich perfekte Voraussetzungen für die Rückkehr zu einem geregelten Alltag nach Corona.

Abstandskontrolle gehört zum Standard

Das Wachpersonal in Museen sorgt seit jeher für den richtigen Abstand – was bei der Distanz zum Exponat funktioniert, lässt sich auch leicht zwischen den Besuchern umsetzen. Kinos und Theater könnten problemlos Plätze und Reihen sperren, in Kletterparks und Trampolinhallen ist Abstandhalten schon immer die Regel, bei Escape-Games haben Familien gar einen eigenen Raum für sich, auf Ausflugsschiffen weht der Fahrtwind. Sie alle müssen geschlossen bleiben, während Dienstleister ohne jeglichen Abstand, darunter das Friseurgewerbe, in Kürze öffnen dürfen.

„Die Gesundheit hat Vorrang: dies betont der Senat immer wieder zu Recht. Warum plant er Lockerungen aber nicht nach dem Infektionsrisiko der verschiedenen Branchen?“, äußert INTOURA-Vorsitzender Robert Rückel sein Unverständnis über die heute gefassten Beschlüsse.

Senat verweigert sich dem Dialog

INTOURA hat seit Beginn der Corona-Pandemie das Gespräch mit dem Senat gesucht, zum Dialog aufgerufen und sich für Lösungen angeboten – zuletzt in einem Offenen Brief mit über 80 Unterzeichnern der Berliner Tourismus- und Freizeitanbieter vom 15. April 2020. Für eine Antwort scheint dem Senat die Branche nicht relevant genug – vergisst aber dabei, dass die Attraktionen und Kultureinrichtungen einen immensen Anteil der Attraktivität der Stadt ausmachen, sowohl für Touristen als auch für Berliner. Allein durch die INTOURA-Mitglieder werden mehr als 40 Millionen Gäste pro Jahr repräsentiert.

Deshalb fordert INTOURA den Senat auf, die Lockerung schnellstmöglich auch auf die Tourismus- und Freizeitbranche auszudehnen. Es ist den betroffenen Betrieben sofort und leicht möglich, die gebotenen Hygienevorschriften einzuhalten und für die Sicherheit von Besuchern und Mitarbeitern zu sorgen. Durch die Öffnung würden endlich wieder Umsätze und damit eine schrittweise Rückkehr zur Normalität möglich werden. Der Senat muss sich ansonsten im Nachgang der Krise vorhalten lassen, gesunde und steuerzahlende Unternehmen durch irrationale Beschlüsse in höchste wirtschaftliche Not gebracht zu haben.

Julia Kuntz-Stietzel
Mitglied des Vorstands

Interessenverband der touristischen Attraktionen Berlins e.V.
Lobeckstraße 35, 10969 Berlin
Mobil +49 176 103 158 00
Tel +49 30 403 65 709 1
Fax +49 30 403 65 709 9
kuntz-stietzel@intoura.berlin
www.intoura.berlin

Der INTOURA e.V. ist seit 2011 der Branchenverband der touristischen Leistungsträger Berlins. Unsere Mitglieder begrüßen über 40 Mio. Gäste jährlich. Wir bündeln die individuellen und branchenrelevanten Interessen von allen an Berlins Tourismus interessierten Unternehmen und Einzelpersonen.

Wir bilden das Bindeglied zu den Vertretern der Stadt, erreichen die Entscheidungsträger des Tourismus und nehmen kritisch Stellung zu aktuellen, branchenrelevanten Themen. Dabei behalten wir die gesamtwirtschaftliche Standortpolitik unserer Stadt im Blick und verschaffen kleinen wie großen Mitgliedern an den relevanten Stellen mit starker und konstruktiver Stimme Gehör.

Maßnahmenplan zur Wiedereröffnung

Für die Wiedereröffnung benötigen Sie einen Maßnahmenplan, der die Sicherheit Ihrer Mitarbeiter und Besucher gewährleistet. Da jedes Haus unterschiedliche Voraussetzungen hat, können wir diese nicht einheitlich zur Verfügung stellen. Im Folgenden aber einige Tipps und Links.

Vorbereitung
– Berechnen Sie nach den Vorgaben die maximale Besucherzahl für Ihre Attraktion
– Lenken Sie Besucherströme z.B. durch Zeitfenster-Tickets
– Einlass & Wartebereich
– Zählen Sie die ein- und ausgehenden Besucher
– Markieren Sie Mindestabstände in Warteschlangen
– Bieten Sie den Besuchern Hygiene-/Desinfektionsmittel in Spendern an
– Prüfen Sie eine Schutzmaskenpflicht und ggf. die Bereitstellung oder den Verkauf von (gebrandeten) Schutzmasken

Kassen-Situation
– Ist der Einsatz von Online-Tickets möglich?
– Plexiglasscheiben an Kassen und Mindestabstände
– Bargeldlose Zahlungsmethoden
– evt. Einsatz von Schutzmasken für Ihr Personal

In Ihrer Attraktion
– Mindestabstände beachten
– Sanitärräume nach Hygienestandards häufiger reinigen
– Sorgen Sie für ausreichend Seife, Einmal-Handtücher
– Einsatz von Schutzmasken für Ihr Personal
– achten Sie auch in Personal- und Sozialräumen, Küche & Sanitärräumen für Ihre Angestellten auf die Standards

Büroräume
– Auch hier müssen die Mindestabstände eingehalten werden (Anordnung der Arbeitsplätze, Abstände in evt. Meetings etc.)
– Sofern möglich, sollten Mitarbeiter weiterhin vom Home Office aus arbeiten.

Mitarbeiter
– Erstellen Sie einen klaren Leitfaden mit Ihren Maßnahmen. Unterweisen Sie Ihre Mitarbeiter und lassen diese gegenzeichnen, dass die Maßnahmen verstanden worden sind und umgesetzt werden.
– Binden Sie Mitarbeiter in die Erstellung der Pläne und die Umsetzung ein, Sie erhöhen die Akzeptanz.
– Sollten in Ihrem Betrieb Ersthelfer unter den Mitarbeitern sein, die sich im Home Office befinden, sorgen Sie rechtzeitig für Ersatz.

Weiteres
– Montieren sie Plakate und Aushänge mit klaren Regeln, so können sich Ihre Gäste und Mitarbeiter orientieren.
– Vordrucke gibt es als Downloads oder kostenfrei im Versand (siehe Links)
– Stellen Sie Ihren Mitarbeitern Desinfektionsmittel und Handpflege-Produkte zur Verfügung. Durch die vermehrte Hygiene wird die Haut reizbar.
– Nutzen Sie in Geschirrspülern die 60° Funktion.

Gerne sammeln wir Ihre konkreten, speziellen Fragen und werden diese ggf. von Spezialisten beantworten lassen. Auch werden wir prüfen, ob wir ein entsprechendes Webinar dazu anbieten können mit Experten.

Bitte teilen Sie mit uns Ihre Erfahrungen oder bereits erdachte Pläne. Im Austausch können wir sicherlich viel voneinander profitieren!


Weiterführende Links:

Bundesarbeitsministerium 
Mitteilung Bundesarbeitsministerium vom 16.04.2020
SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard PDF

Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie
Musterhygieneplan für Schulen – Pressemitteilung vom 24.04.2020
Musterhygieneplan Corona für Berliner Schulen PDF

Handelskammer Hamburg
Corona-Lockerungen: So machen Sie Ihren Betrieb fit

Bayern Tourismus Marketing
PDF Handlungsmöglichkeiten Coronavirus – Leitfaden Tourismus, Hotellerie, Gastronomie (24.04.2020)

Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik:
alle FAQs der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik
„Best Practice“ gegen Corona-Infektionen
– konkrete Beispiele in der Umsetzung
Stellt der Umgang mit Bargeld eine Infektionsgefahr dar?
Was ist an Kassenarbeitsplätzen zu beachten?

Bieten durchsichtige Trennwände einen Schutz für das Kassenpersonal?
Was ist bei der Händehygiene im Handel zu beachten?
Tragen von Handschuhen, ist das sinnvoll?
Wie pflege ich meine stark beanspruchten Hände?
Wie viele Kunden sollten höchstens gleichzeitig in einem Markt oder in einer Verkaufsstelle anwesend sein? – Wie kann dies realisiert werden?
Sollte für Kunden Händedesinfektionsmittel bereitgestellt werden?
Was ist bei Sozialräumen und Sanitärräumen zu beachten?
Aushänge für Kassen und Bedientheke zum Download

Berufsgenossenschaft Nahrung und Gastgewerbe:
Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe
PDF Innerbetriebliche Maßnahmen
Download: Poster, Piktogramme, andere Sprachen etc.

Unfallkasse Berlin:
FAQs der Unfallkasse Berlin

DGVU – Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung:
generelle Informationen der DVU
FAQs zu Ersthelfern im Betrieb usw.
Plakat Schutzmaßnahmen zum Download
Plakat Unterscheidung Schutzmasken zum Download 
Linksammlung zu Genossenschaften, Unfallkassen etc. bundesweit

Offener Brief der Berliner Tourismus- und Freizeitanbieter vom 15.04.20

Sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister,

die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus haben die Tourismus- und Freizeitwirtschaft vollständig zum Erliegen gebracht.

Berlins größter Wirtschaftsfaktor, von dem über 250.000 Menschen leben, liegt damit am Boden. Der Kultursenator sagte „Kulturbetriebe waren die Ersten, die schließen mussten und werden vermutlich die Letzten sein, die wieder öffnen.“ Dies gilt nicht nur für die Kulturanbieter unter uns, sondern der Tourismus wird selbst nach einem Exit die Branche sein, deren Rekonvaleszenz am längsten benötigt. Das Kompetenzzentrum Tourismus des Bundes rechnet im realistischen Szenario mit einer Normalisierung des Tourismus erst in mehr als zwei Jahren.

Das betrifft Fluglinien, Hotels und Gaststätten, aber vor allem Attraktionen, Kultur- und Sightseeing-Anbieter. Die Attraktivität Berlins für Besucher machen vor allem die zahlreichen Theater, Museen, Ausflugsmöglichkeiten, Reedereien, Freizeitanbieter und Veranstaltungen aus. Alleine die Mitglieder von INTOURA empfangen in normalen Jahren über 40 Millionen Gäste!

Diese Branche stirbt gerade aus. Sie hat seit fünf Wochen keinerlei Einnahmen, aber hohe Fixkosten zu vertragen. Ein Lichtblick ist bisher nicht in Sicht.

Während andere Betroffene wie Startups, Kreativwirtschaft und Gastronomie immer wieder als förderungswürdig benannt wurden, sind die Tourismus- und Freizeitanbieter seit einem Monat vom Austausch abgeschnitten: Es erfolgen weder Einladungen zu den Runden Tischen, noch Antworten auf unsere Briefe.

Wir informieren seit Beginn der Krise laufend über die aktuellen Hilfsprogramme, bieten gegenseitig Unterstützung und Vermittlung für Beratung an. Diese maßgebliche Aufgabe können alle Verbände und Akteure nur gut erfüllen, wenn Senat und Verwaltungen mit den Branchenvertretern kommunizieren.

Um zu überleben, braucht die Tourismus- und Freizeitwirtschaft von Ihnen:

  1. Exit-Strategie bei Gleichbehandlung der Branchen nach Risikoeinstufung: In einem Museum können Abstandsregeln vermutlich besser umgesetzt werden als in einem Baumarkt; Theater und Kinos können durch freigehaltene Plätze das Risiko minimieren. Gerne erarbeiteten wir mit Ihnen gemeinsam Pläne zur Einhaltung der Schutzvorkehrungen in unserer Branche.
  2. Planungssicherheit: Aktuell ist unsere Branche nur bis 19. April geschlossen. In anderen Ländern wie der Niederlande gibt es bereits klare Regelungen bis Juni. Unsere Mitarbeiter benötigen Planungssicherheit! Geben Sie uns einen langfristigen und tragfähigen Plan für eine Exit-Strategie unserer Branche.
  3. Entschädigungen für geschlossene Betriebe: Das Infektionsschutzgesetz sieht Entschädigungen für Betriebe vor, welche Infektionen verbreitet haben. Es ist nicht einzusehen, dass Betriebe, die sich nichts zuschulden haben kommen lassen, ihre Einnahmenausfälle durch die angeordnete Schließung im Gegensatz dazu selbst zu verantworten haben.
  4. Zuschüsse für den Mittelstand: Wir begrüßen das Soforthilfe 2-Programm zur Unterstützung von Kleinstunternehmern. Unternehmen mit 11 bis 100 Mitarbeitern sorgen aber für weit mehr Arbeitsplätze in dieser Stadt. Lassen Sie den Mittelstand nicht im Stich und unterstützen Sie ihn genauso wie unser Nachbarland! Nur so können wir unsere Fixkosten wie Mieten tragen.
  5. Steuerrückzahlungen: Die einfachste Form der Unterstützung, die sicherstellt, dass nur vorher tragfähige Geschäftsmodelle gefördert werden, wäre die Rückzahlung von für die Vorjahre gezahlten Körperschafts- und Gewerbesteuern.
  6. Kurzarbeitergeld: Die Arbeitsagenturen sind völlig überlastet, die Gelder für März wurden bisher nicht ausbezahlt. Sorgen Sie für eine schnelle Auszahlung, ggf. als ungeprüften Abschlag. Setzen Sie sich beim Bund dafür ein, dass auch Auszubildende, Studentische Mitarbeiter und Minijobber Kurzarbeitergeld bekommen können und das Kurzarbeitergeld auf mindestens 80% angehoben wird.
  7. Konjunkturprogramm: Mit Einleiten der Exit-Strategie braucht der Berlin-Tourismus ein sofortiges Konjunkturprogramm, beispielsweise in Form einer nationalen Marketing-Kampagne nie dagewesenen Ausmaßes.
  8. Austausch: Binden Sie unsere Branche in jegliche Gespräche ein, welche den Tourismus und die Bekämpfung der wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus zum Inhalt haben. Es ist ein Schlag ins Gesicht, dass der Senat unsere Branche sowohl beim Round Table Coronavirus als auch beim Runden Tisch Tourismus nicht eingeladen hat.

Für Gespräche stehen die Unterzeichner und der Vorstand von INTOURA jederzeit zur Verfügung!

Mit vorzüglicher Hochachtung

Robert Rückel
Vorsitzender INTOURA

Im Namen von:
Air Service Berlin
Aquarium Berlin
Bambooland Berlin
BeachMitte GmbH
Beachsport Berlin KG
BergWerk.Berlin
Berlin City Tour
Berlin Dungeon
Berlin Kompakt
Berliner Kriminal Theater
Berliner Residenzkonzerte
Berolina Reisen
Berlin on Bike
BEX Bayern Express & P. Kühn Berlin
BikeTaxi
BHV Berlin Historica
blocsport Deluxe
BLUE MAN GROUP
Bouldergarten GmbH
BWSG Berliner Wassersport und Service
Chamäleon Theater
CineStar
City Sightseeing
Club Theater Berlin
Computerspielemuseum
cultour-incoming
DDR Museum
Deutsches Spionagemuseum
Die Stachelschweine
Die Wühlmäuse
Dockx Berlin
Domäne Dahlem
eco next – Velotaxi
EXIT Game
Exklusiv Yachtcharter
Foxtrail Berlin Potsdam
Hard Rock Cafe Berlin
Hauptstadtreisen
HimmelBlauBerlin
House of Tales
Icebar Berlin
Illuseum Berlin
INSIDER TOUR BERLIN
Institut für Tourismus Berlin
Jolos Kinderwelt Berlin
Jump Berlin GmbH
Jump Betriebs GmbH
JUMP House Berlin-Reinickendorf GmbH
KÖRPERWELTEN Berlin
LEGOLAND Discovery Centre Berlin
Little Big City Berlin
Madame Tussauds Berlin
Magic Mountain Kletterhallen
Marktflagge GmbH
Mission Accepted
MPM Marketing GmbH
Muddastadt
MUSON
MS Rheinland
ostbloc
Quatsch Comedy Club
Reederei Bruno Winkler
Reederei Riedel
Reederverband der Berliner Personenschiffahrt
Sandtheater Berlin
SEA Life Berlin
Secret Tours Berlin
SEG Tour
Smaart Communications
South Beach Berlin
SPRUNG RAUM
Stasimuseum Berlin
StattReisen
Stern- und Kreisschiffahrt
Stromma Deutschland
Theater des Westens
THE STORY OF BERLIN
The WOW! Gallery Berlin
Theater im Palais
Tierpark Berlin
TimeRide Berlin
TLP Sportreisen
Top Tour Sightseeing
VIP Bus Connection
VOERST CLASS
Wellenwerk Berlin
WhatAGame
Wintergarten Varieté Berlin
Zoo Berlin

Liste wird fortlaufend erweitert

Liquidität in der Corona-Krise

Wie gehen Sie vor?

Die IBB hat nach den ersten Erfahrungen eine FAQ-Liste mit den wichtigsten auftretenden Fragen zusammen gestellt: IBB FAQ Corona-Hilfen

1. Unterlagen vorbereiten – diese Unterlagen brauchen alle Banken:
– Jahresabschluss 2017 und 2018
– Betriebswirtschaftliche Auswertung und Summen- und Saldenlisten 2019
– Liquiditätsplan, aufgebaut wie Betriebswirtschaftliche Auswertung
– Darstellung bereits initiierter Maßnahmen zur Kostenreduktion (Kurzarbeit, Steuerstundung, etc.)
– kurze Beschreibung, warum und wie das Unternehmen von Corona betroffen ist
– Eigenbeitrag der Gesellschafter (z.B. Darlehensgewährung, Bürgschaften, Sicherheiten)

Die IBB braucht außerdem:
– Aktueller Handelsregisterauszug
– ggf. Gewerbeanmeldung
– Erklärung Politisch exponierte Person (PEP)
KMU-Selbsterklärung für nicht verflochtene / eigenständige Unternehmen oder KMU-Selbsterklärung für verflochtene Unternehmen (Welches Dokument Sie brauchen, erklärt das KMU-Merkblatt.)
Unterschriftsprobenblatt
(Quelle dieser Downloads ist die IBB, hier als Service von INTOURA bereit gestellt.)

2. Darlehen zur Liquiditätserhaltung – 3 Möglichkeiten
a) Hausbank:
Ein Ansprechpartner ist Ihre Hausbank, viele davon sind in die Gespräche des Senats eingebunden. Über die Hausbank können Sie auch die Bundeshilfen der KfW beantragen. Mehr dazu unter:
Website der KfW

b) Bürgschaftsbank:
Die Bürgschaftsbank verdoppelt den Bürgschaftshöchstbetrag auf 2,5 Millionen Euro.  Im Rahmen des Bürgschaftsexpressprogramms kann die Bürgschaftsbank Entscheidungen über Bürgschaften ab sofort bis zu einem Betrag von 250.000 Euro eigenständig und innerhalb von 3 Tagen treffen. Auch bei Betriebsmittelkrediten kann ein erhöhter Bürgschaftsrahmen von 80% ausgeschöpft werden.
Website der Bürgschaftsbank

c) IBB-Liquiditätshilfe Sonderfall Corona
Die Investitionsbank Berlin (IBB) erteilt ab 19.03.20 zinslose Darlehen bis zu 500.000 € für 6 Monate. Ab morgen kann das Darlehen direkt auf der Website der IBB beantragt werden:
zum Förderprogramm der IBB Liquiditätshilfen BERLIN

3. Kurzarbeit beantragen
Geschlossene Betriebe können ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Die Beschäftigen erhalten dann Kurzarbeitergeld. Die Bedingungen sind mittlerweile rückwirkend zum 01.03.20 Verbesser worden.
Im Mitgliederbereich finden Sie als Vorlage einen „Nachtrag Kurzarbeit zum Arbeitsvertrag“ und unseren Leitfaden zur Beantragung von Kurzarbeit!
Zum INTOURA Mitgliederbereich

4. Steuerstundung verhandeln
Die Finanzämter senken Steuervorauszahlungen auf Antrag unbürokratisch ab. Darüber hinaus haben Unternehmen die Möglichkeit der Stundung von aktuell offenen Steuerforderungen. Auch diese werden in der derzeitigen Situation unbürokratisch abgewickelt. Stundungen können zinslos erfolgen. INTOURA drängt auf Rückzahlungen bereits überwiesener Steuern.

Weiterführende Links

Investitionsbank Berlin:
Hotline Wirtschaftsförderung 030 – 2125 – 4747
E-Mail wirtschaft@ibb.de
Website IBB – Liquiditätshilfen Berlin

Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe:
Pressemitteilung vom 17.03.2020: Schutzschirm für die Berliner Wirtschaft und Arbeitsplätze

IHK Berlin:
Beratungsteam der IHK 030 – 31510 – 919 (8.00 bis 17.00 Uhr)
E-Mail corona@berlin.ihk.de
Website IHK – Informationen Corona-Virus

visitBerlin:
Hotline 030 – 164748 – 886 (9.00 bis 18.00 Uhr)
Website visitBerlin – Unterstützung für Berliner Unternehmen

Helfen.Berlin:
Die Gutschein-Plattform zur Unterstützung der Berliner Attraktionen & Gastronomie.
Interessierte Unternehmen können sich hier registrieren Helfen.Berlin – Registrierung
oder eine Email senden bitte@helfen.berlin?
Generelle Informationen auf der Website Helfen.Berlin

Neujahrsansprache des INTOURA-Vorsitzenden Robert Rückel

Neujahrsansprache des Vorsitzenden Robert Rückel am 17. Februar 2020 auf dem INTOURA-Neujahrsempfang im Wintergarten Varieté

Liebe Mitglieder, sehr geehrte Abgeordnete des Abgeordnetenhauses von Berlin, liebe Freunde und Partner,

zum ersten Mal seit fünf Jahren steht an dieser Stelle nicht Hendrik Frobel. Hendrik hat vor zwei Wochen sein Amt als Vorsitzender an mich übergeben. Vielen Dank dir Hendrik für deinen unermüdlichen Einsatz in den letzten Jahren. Es ist großartig, was seit Deinem Amtsantritt aus INTOURA geworden ist und wo dieser Verband heute steht. Ich trete in große Fußstapfen.

Glücklicherweise bin ich dabei nicht allein, sondern mit mir wurde der gesamte Vorstand neu gewählt und verstärkt.

Wiedergewählt wurden:
Stellvertretender Vorsitzender: Freiherr Gordon von Godin (DDR Museum)
Kassenwart: Daniel Wiegand (Hauptstadtreisen.com)
Ingo Gersbeck (Reederverband d. Berliner Personenschiffahrt)
Julia Kuntz-Stietzel (Marktflagge GmbH)

Neu im Vorstand sind neben mir:
Tobias Junghans (Top Tour Sightseeing)
Karsten Maruhn (Domäne Dahlem)
und unser Gastgeber Georg Strecker.

Nicht nur INTOURA hatte ein gutes Jahr, sondern unsere Branche kann zufrieden auf 2019 zurückblicken: Die Besucherzahlen der Berliner Attraktionen, Theater und Museen sind auch im letzten Jahr weiter gestiegen, mehr Touristen waren in Berlin unterwegs – immerhin sind wir jetzt Platz 2 der Städte mit den meisten Übernachtungen der Europäischen Union –  wenn auch erst seit dem 1. Februar.
Das 30-jährige Jubiläum des Mauerfalls hat wieder einmal die weltweiten Blicke auf Berlin gelenkt und unseren Ruf als Stadt der Zeitgeschichte untermauert.
Und tatsächlich glauben immer mehr Menschen, dass Herr Lütke-Daldrup die Absicht hat, einen Flughafen zu eröffnen.

Wie Hendrik bereits in der Einladung aufgeworfen hat, bringt das neue Jahrzehnt aber auch Veränderungen und Herausforderungen mit sich. Der Klimawandel wird den Tourismus in den nächsten Jahren besonders betreffen, die vergleichsweise niedrigen Löhne unserer Branche werden sich in Zeiten des Fachkräftemangels rächen und die Digitalisierung wird uns wie alle anderen vor ungeahnte Herausforderungen stellen.

Unsere Branche und auch unsere Mitglieder haben sich schon verändert. Mit dem Verkauf von Berliner Bären Stadtrundfahrt und Berolina konsolidieren sich die alteingesessenen Omnibusanbieter, mit der Reederei Riedel ist die konkrete Zukunft eines Traditionsunternehmens noch ungewiss. Auf der anderen Seite drängen moderne Anbieter in den Markt: Das Illuseum bringt Instagramability auf den Punkt, TimeRide zeigt Geschichte in virtueller Realität.

Doch während die Gästezahlen weltweit steigen und Marco d’Eramo das Zeitalter des Tourismus ausruft, verliert dieser rasant an Image. Tourismusbashing ist international in, kaum ein Artikel über Reisen erscheint mehr, der nicht die vermeintlichen oder tatsächlichen negativen Seiten hervorhebt.
Begonnen hat es vor einigen Jahren mit dem Phänomen Overtourism, heute hat unsere Branche zusätzlich ein Nachhaltigkeitsproblem: Reisen verursacht zweifellos mehr CO2 als Zuhause zu bleiben.
Im Gleichklang mit diesen weltweiten Trends, wird auch in Berlin Tourismus oft schnell als Problem dargestellt und schlecht geredet. Touristen verstopften die Stadt, seien laut und machten Müll.

Die Sprecherin für Tourismus der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus hat letztes Jahr deshalb gefordert, visitBerlin die Mittel zu streichen, weil die Touristen doch sowieso von alleine kämen. Sie und andere verkennen völlig die Bedeutung unserer Branche für die Wertschöpfung der Stadt. Tourismus ist der wichtigste Wirtschaftsfaktor und das mit kaum Förderung – verglichen mit anderen Branchen wie der Industrie. Im Gegenteil: Keine andere Branche wird zusätzlich geschröpft, in dem die Besucher völlig ohne Gegenleistung eine Übernachtungssteuer bezahlen müssen. Saniert wird damit der Haushalt, nur ein winziger Teil landet in der Steuerung und Förderung des Tourismus.

Tourismus ist eine Cash Cow für die Stadt, aber auch die Kuh muss am Leben erhalten werden. Burkhard Kieker warnte in seiner Neujahrsansprache: „Wir dürfen nicht zulassen, dass die Marke Berlin zernörgelt wird“.
Wie recht er hat und wie leicht das geht, sieht man gerade in Venedig. Natürlich gibt es in Venedig enorm viele Touristen auf kleiner Fläche, aber das ist nun mal auch der einzige Wirtschaftszweig dort. Die Venezianer stören sich an den Touristenmassen, sie führen dieses Jahr als Regulierungsmaßnahme eine Eintrittsgebühr ein: Nicht nur mehr der Übernachtungsgast, sondern auch der Tagesbesucher soll bezahlen. Doch nun nach dem verheerenden Hochwasser im letzten Jahr droht der berühmte Karneval ein Flop zu werden, die Besucher bleiben aus, weil die Medien fälschlicherweise vermeldet haben, die Stadt sei verwüstet. Der venezianische Bürgermeister wirbt plötzlich verzweifelt um Touristen, denn man lebt ja gar nicht schlecht von ihrem Geld. So schmal ist der Grat zwischen vermeintlichem Overtourism und zu wenig Touristen: Bleiben die Touristen aus, stirbt die Stadt.

In Berlin sind wir weit von venezianischen Zuständen entfernt, das Verhältnis zwischen Touristen und Berlinern ist mehr als gesund: 14 Mio Besucher bei bald 4 Mio Einwohnern, das ist nicht vergleichbar mit den Problemen von Dubrovnik oder Amsterdam. Bei internationalen Gästen ist Berlin sogar nur auf Platz 10 in Europa, weit von der Spitze entfernt hinter Prag, Mailand oder Wien.

Um zu große Konzentration von inländischen Touristen zu vermeiden, gibt es in Deutschland das sinnvolle Mittel des weiten Ferienkorridors bei den Sommerferien. Der streckt die Sommersaison, damit nicht alle inländischen Touristen auf einmal in die Stadt kommen. Dieses probate Mittel will unsere Bildungssenatorin gerade abschaffen. Sie hat eine Initiative bei der Kultusministerkonferenz angestoßen, mit dem Ziel, den Ferienkorridor deutlich zu verkleinern.

Blickt man zu unseren Nachbarn, nach Frankreich sind in den landesweit einheitlichen Sommerferien die Preise viermal so hoch wie außerhalb und die Autobahnen genauso überfüllt wie die Strände. Als eine meiner ersten Amtshandlungen habe ich bei der Senatorin Protest eingelegt und die Auswirkungen dieser Entscheidung dargelegt.

Wie visitBerlin durch Befragungen herausgefunden hat, trügt unsere Wahrnehmung der Tourismusdichte aber sowieso. Über 70% der Menschen an den Hotspots sind Berliner und keine Touristen. Selbst im Mauerpark und in Kreuzberg 36 sind es also nicht die Touristen, die für Lärm und Müll sorgen, sondern zum großen Teil wir Berliner selbst. In den Bahn-Toiletten wurde früher dazu aufgefordert, den Raum so zu hinterlassen, wie man ihn vorgefunden hat. Das wäre im Mauerpark keine gute Aufforderung an die Touristen.

Rund um die Messe wäre die Empfehlung wohl auch kaum angebracht. Wo die Touristiker zur weltgrößten Tourismusmesse ankommen, zeigt sich Berlin seit vielen Jahren von seiner schlechtesten Seite. Auf Grund der Sanierung der alten Hallen können die Gäste des Berlin-Standes dieses Jahr aber immerhin den Eingang Süd nehmen. So müssen sie sich nicht zwischen stinkender Unterführung und vermodernden Rolltreppen am ICC entscheiden. Dafür präsentiert sich visitBerlin in Halle 27 nur noch halb so groß wie zuvor – dabei war der Auftritt Berlins auch bisher schon keineswegs der Monumentalste unter den Bundesländern.

visitBerlin bekommt wie andere DMOs auch neue Aufgaben. Von der Destination Marketing Organisation zur Destination Management Organisation. visitBerlin soll nun die Außenbezirke dabei beraten, attraktiver für Touristen zu werden, damit diese aus dem Zentrum heraus kommen und Neues entdecken. Das ist für Zweit- und Drittbesucher auch eine Idee, aber nicht für Erstbesucher und es darf nicht bedeuten, dass die zentralen Attraktionen nicht mehr international beworben werden, denn diese machen nun mal Berlin weltweit berühmt. Ganz nebenbei wird das Konzept aber sowieso dadurch konterkariert, dass am Schlossplatz das Humboldt-Forum eröffnet wird, das Alliierten-Museum in den S-Bahn-Ring umziehen soll und am Checkpoint Charlie ein staatliches neues Museum beschlossen ist.

Die Entwicklungen des letzten Jahres zeigen, dass der Tourismus nicht nur in Berlin an seinem Image arbeiten muss: Wir müssen deutlich machen, dass Tourismus Gutes schafft. Ich zitiere dazu die Leitlinien der neuen nationalen Tourismusstrategie der Bundesregierung:

„Tourismus ist ein Instrument des kulturellen Austauschs, der Völkerverständigung und damit letztlich auch der Friedenssicherung. Reisen bildet, überwindet Grenzen und führt Menschen zusammen. Es weitet den Horizont, lehrt Respekt, Toleranz und Vielfalt und beugt Abschottung und Ausgrenzung vor. Die gesamtgesellschaftliche Bedeutung eines verantwortungsbewussten Tourismus ist daher viel höher zu bemessen, als es ökonomische Indikatoren und Kennzahlen beschreiben.“

Das klingt hochmoralisch, aber ist völlig richtig. Niemand, der als Jugendlicher mit Interrail quer durch Europa gefahren ist, zweifelt am Sinn der europäischen Einigung, niemand, der staunend Meisterwerke anderer Kulturen bewundert, kann guten Gewissens rassistische Parteien wählen. Und wer fremde Metropolen besucht, lernt auch, dass manche Dinge in Berlin im Vergleich gar nicht so schlecht funktionieren …

Und zusätzlich gibt es die ökonomischen Indikatoren, die viel zu leicht vergessen werden: Tourismus finanziert unseren Lebensstil, unsere Infrastruktur und den Senat, fast 9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet der Tourismus. Hunderttausende Berliner leben von ihm, er erhält, was wir Bürger dieser Stadt an ihr so schätzen: Theater, Opernhäuser, Museen, Familien-Attraktionen, aber genauso Sterne-Restaurants, Spätis, Kneipen und Techno-Clubs.

Techno-Clubs bzw. das Club-Sterben waren das heiße Thema im Januar, ausgelöst durch das Mietende bei der Griessmühle. Die Mieten im Zentrum sind teuer, neue Nachbarn stört der Lärm. Die Clubs wollen auch erstaunlicherweise nicht im Sinne des Tourismuskonzepts nur noch in Außenbezirken Party machen. Die erwähnte linke Abgeordnete möchte deshalb die 14 Millionen, die sie visitBerlin wegnehmen will, zur Förderung der Clubs ausgeben. Verstehen Sie mich nicht falsch: Die Clubs sind ein wichtiger Player im Tourismus und die Trennung zwischen Ernst- und Unterhaltungskultur ist längst überholt. Aber der Ruf nach dem Staat ist in Berlin im Trend und der Staat greift momentan an zahlreichen Stellen in den Wettbewerb unserer Branche ein:

Landesmuseen und die Museen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz verschenken ab April einmal im Monat ihre Leistung, das Futurium ist bereits kostenlos, das Humboldt-Forum, das Jüdische Museum und das Deutsche Historische Museum sollen es werden. Dabei zeigen Studien, dass der Wegfall des Eintritts keineswegs bildungsferne Schichten ins Museum bringt, sondern die gleichen Besucher kommen wie zuvor. Das sind im Zentrum, wo sich praktisch alle genannten Häuser befinden, ganz überwiegend Touristen. Der Staat subventioniert also die Touristen, die er vorher mit der City Tax belastet hat. Das ist zwar konsequent, aber geschieht auf Kosten der privaten Anbieter, denn die Zeit der Touristen ist beschränkt, sie sind nun mal nur gute zwei Tage hier. Wir alle werden diesen Eingriff im Wettbewerb um die freie Zeit der Gäste merken, wenn er kommt.

Der Kultursenator selbst hat angekündigt, das bisher für alle öffentlichen und privaten Kultureinrichtungen gedachte Kulturmonitoring einzustellen, und dafür zukünftig verpflichtend an staatlichen Häusern Besucher zu befragen. Privat finanzierte Kulturstätten spielen für ihn da keine Rolle, nur geförderte Einrichtungen sind kulturell wertvoll.

Die Top-Attraktionen auf visitberlin.de werden mittlerweile nicht mehr nach Besucherzahlen ausgewählt, sondern nach anderen redaktionellen Kriterien. Und zufälligerweise sind in der Liste jetzt alle staatlich gefördert, einziges redaktionelles Qualitätskriterium ist also die Herkunft der finanziellen Mittel. Privat finanzierte Top-Attraktionen sollen Anzeigen kaufen, um auf den Listen zu erscheinen.

Noch nicht mal diese Variante soll es auf dem neuen Wegeleitsystem geben. Seit Jahrzehnten fordern wir Unternehmer ein zukunftsfähiges touristisches Wegeleitsystem. Nun sind Pilotstelen installiert worden, über deren Zukunftsfähigkeit ich lieber gar nicht reden will … Aber die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz will dort nur staatliche Attraktionen darstellen und private Anbieter außen vorlassen, das haben wir unglücklicherweise schriftlich. Wir unterstützen natürlich ein touristisches Wegeleitsystem, aber wir können und werden eine gezielte Benachteiligung von privaten Anbietern und eine Doppelsubvention für unsere staatlich finanzierten Kollegen nicht akzeptieren. Nachdem die Gesprächsversuche des letzten Vorstands genauso wie vorgerichtliche Schritte gescheitert sind, haben uns die Mitglieder von INTOURA aufgefordert, Klage wegen dieses Wettbewerbsverstoßes gegen das Land Berlin einzureichen. Die Klage haben wir als erste Amtshandlung erhoben und das Gericht aufgefordert, die Pilotstelen in dieser Form wieder abbauen zu lassen.

Klagen dürfen nur die ultima ratio sein: Viel lieber möchte ich die Herausforderungen im Dialog lösen – und es gibt sie ja auch, die positiven Entwicklungen:

Ich bin sehr glücklich, dass die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe die Branchenzahlen zukünftig in einem Tourismus-Satelliten-Konto sehr viel detaillierter ermitteln will. Damit wird sehr viel augenfälliger werden, wie wichtig der Beitrag unserer Branche für die Wertschöpfung des Landes Berlin ist.

Und bei der Umsetzung der im Tourismuskonzept 2018+ dargelegten Maßnahmen setzen die Wirtschaftsverwaltung und visitBerlin auf die Expertise und den Dialog mit anderen Akteuren genauso wie mit uns.

Als ich das Tourismuskonzept zum ersten Mal gelesen habe, hatte ich große Sorge, dass der dort geforderte Qualitätstourismus gleichbedeutend ist mit Messe- und Kongresstourismus, weil dieser durch höhere Raten viel Geld in die Hotelkassen spült.

Wir als Attraktionen, Kultur- und Sightseeing-Anbieter wollen aber Qualität nicht am Geldbeutel der Gäste festmachen, sondern für uns sind auch Familien, Schulklassen oder Rentner Qualitätstouristen. Deshalb freue ich mich sehr, dass visitBerlin just letzte Woche eingeladen hat, um die Definition von Qualitätstouristen zu diskutieren und zu versuchen, gemeinsame Kriterien festzulegen.

Wir stehen zur Verfügung, im Dialog mit allen relevanten Stellen den Tourismus in dieser Stadt im Sinne aller Akteure zu gestalten. Wir wissen, dass es für eine nachhaltige Entwicklung der Branche unser oberstes Ziel sein muss, die Akzeptanz der Bevölkerung für den Tourismus aufrechtzuerhalten und auszubauen.

Wir sind offen für Maßnahmen und für jede Diskussion und wir wissen auch, dass auch wir als Branche uns verändern werden müssen. Wir müssen Lösungen finden, wie der ökologische Fußabdruck des Tourismus kleiner wird. Und um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen wir attraktivere Arbeitsverhältnisse mit besseren Löhnen schaffen. INTOURA wird daran arbeiten.

Wir werden aber auch einfordern, dass wir mitreden dürfen und die Meinung der Attraktionen mit ihren 45 Millionen Besuchern pro Jahr gehört wird. Wir wollen, dass Gremien zum Tourismus mit allen Betroffenen besetzt werden. Das sind nicht nur staatliche Kulturanbieter, nicht nur Hotels, auch nicht nur Anwohner, sondern eben auch wir, die touristischen Attraktionen und Sightseeing-Anbieter dieser Stadt.

In diesem Sinne freue ich mich auf den gemeinsamen Austausch – heute Abend und in Zukunft! Vielen Dank!

INTOURA verklagt Land Berlin wegen unlauteren Wettbewerbs auf Informationsstelen

PRESSEINFORMATION

+++ INTOURA, der Interessenverband der touristischen Attraktionen Berlins e.V., reicht Klage gegen Berliner Senatsverkehrsverwaltung ein +++ Grund ist unlauterer Wettbewerb der öffentlichen Hand +++ Privatwirtschaftliche Attraktionen werden auf Informationsstelen des Touristischen Informationssystems Berlin (TIB) gezielt ausgegrenzt +++ INTOURA beantragt Unterlassung des Betriebs der geplanten und bereits vorhandenen Informationsstelen in derzeitiger Form

Berlin, 30. Januar 2020 – INTOURA, der Interessenverband der touristischen Attraktionen Berlins e.V., hat bei seiner jährlichen Mitgliederversammlung am 29. Januar 2020 beschlossen, die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz des Landes Berlin wegen unlauteren Wettbewerbs der öffentlichen Hand zu verklagen. Die Mitgliedsunternehmen forderten den Vorstand auf, gerichtlich gegen die Aufstellung und den Betrieb der sogenannten Informationsstelen im Rahmen des Touristischen Informationssystems Berlin (TIB) vorzugehen. Die Klage wurde heute beim Landgericht Berlin eingereicht.

Verstoß gegen Gleichbehandlungsgrundsatz

Die Senatsverwaltung bevorzugt staatlich subventionierte Attraktionen bei der Darstellung auf den Informationsstelen und grenzt privatwirtschaftliche Angebote bewusst aus. Damit verstößt das Land Berlin gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz gemäß Art. 3 Abs. 1 Grundgesetz, indem es landes- und bundeseigene Unternehmen mit kostenloser Werbung und gezielter Lenkung der Menschen fördert, kommerzielle Anbieter hingegen systematisch ausschließt.

Am 29. Oktober 2019 kritisierte INTOURA die einseitige Auswahl der touristischen Attraktionen bei der öffentlichen Vorstellung der ersten acht Informationsstelen: Anhand der acht Stelen für die Pilotphase ließ sich erkennen, dass der Senat wahrmachte, was er bereits konzeptionell festgelegt hatte: staatliche und kommunale Attraktionen systematisch und gezielt zu bevorzugen. Es besteht scheinbar kein Wille, das flächendeckende Angebot an touristischen Angeboten adäquat abzubilden und Gestalter der Stadt gleich zu behandeln. Bereits Anfang 2019 nahm INTOURA zum Wegeleitsystem des Berliner Senats kritisch Stellung, fand aber kein Gehör.

Informationsstelen sollen beseitigt werden

INTOURA stellte sich der Senatsverwaltung wiederholt für einen konstruktiven Dialog zur Verfügung, da beide Beteiligte gleichgerichtete Ziele verfolgen, nämlich die Förderung des Tourismus in Berlin und die Hinlenkung von Besuchern und Bewohnern zu touristischen Angeboten. Die kontinuierliche Verweigerung der gemeinsamen Lösungsfindung seitens der Senatsverwaltung und der unlautere Wettbewerb der öffentlichen Hand führen in Konsequenz dazu, dass INTOURA den Klageweg beschreiten muss. Private Arbeitergeber haben Verantwortung für die Existenz ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und zahlen Steuern. Einrichtungen der öffentlichen Hand dagegen sind keine Steuerzahler. Verlangt wird die Unterlassung des weiteren Betriebs der Informationsstelen in derzeitiger Form und die Beseitigung der bereits aufgestellten Informationsstelen.

Wahl des neuen INTOURA-Vorstands

Ferner wurde auf der Mitgliederversammlung von INTOURA ein neuer Vorstand gewählt: Robert Rückel vom Deutsches Spionagemuseum folgt als Vorsitzender auf Hendrik Frobel vom Chamäleon Theater, der seinen Vorstandsposten nach mehr als fünfjähriger Tätigkeit abgibt. Stellvertretender Vorsitzender bleibt Gordon von Godin (DDR Museum); außerdem gehören dem Vorstand an: Georg Strecker (Wintergarten Varieté), Ingo Gersbeck (Reederverband), Tobias Junghans (Top Tour Sightseeing), Karsten Maruhn (Domäne Dahlem), Daniel Wiegand (Hauptstadtreisen) und Julia Kuntz-Stietzel (Marktflagge GmbH).


Julia Kuntz-Stietzel
Mitglied des Vorstands

Interessenverband der touristischen Attraktionen Berlins e.V.
Lobeckstraße 35, 10969 Berlin
Mobil +49 176 103 158 00
Tel +49 30 403 65 709 1
Fax +49 30 403 65 709 9
kuntz-stietzel@intoura.berlin
www.intoura.berlin

Der INTOURA e.V. ist seit 2011 der Branchenverband der touristischen Leistungsträger Berlins. Unsere Mitglieder begrüßen über 40 Mio. Gäste jährlich. Wir bündeln die individuellen und branchenrelevanten Interessen von allen an Berlins Tourismus interessierten Unternehmen und Einzelpersonen.

Wir bilden das Bindeglied zu den Vertretern der Stadt, erreichen die Entscheidungsträger des Tourismus und nehmen kritisch Stellung zu aktuellen, branchenrelevanten Themen. Dabei behalten wir die gesamtwirtschaftliche Standortpolitik unserer Stadt im Blick und verschaffen kleinen wie großen Mitgliedern an den relevanten Stellen mit starker und konstruktiver Stimme Gehör.

Booking.com – Ein Erfahrungsbericht vom Click.2019 Event – Where travel connects 10. & 11.9. in Amsterdam

Eine Kolumne von Gordon von Godin
Vorstand INTOURA e.V. – Geschäftsführer DDR Museum


Liebe Mitglieder, liebe Branchenvertreter,

um mir einen Überblick über die aktuellen Möglichkeiten und Zukunftsvisionen von Booking.com zu verschaffen, habe ich im Namen des DDR Museums, am 10. und 11. September am Click.2019 Event teilgenommen. Diese Erfahrung möchte ich gerne mit Ihnen teilen und freue mich anschließend auf kontroverse, aber vor allem konstruktive Gespräche zu diesem Thema auf den nächsten INTOURA-Veranstaltungen.


Wer oder Was ist Booking?

Booking.com ist aufgrund seiner starken, weltweiten Hotel-Distribution neben dem US Unternehmen Hotels.com/Expedia bekannt als Hotelfinder. Verglichen mit anderen europäischen und deutschen Playern auf diesem Gebiet sind diese beiden wirkliche Giganten.

Hier präsentierte Booking in entspannter und zeitgleich hochprofessioneller Art und Weise die gesamte Bandbreite „seiner“ Customer Journey. Sie zeigten an 2 Tagen wie sich der Reisende mithilfe aller ihm zur Verfügung stehenden Produkte in der digitalen Welt heute bewegt und wohin die Reise gehen soll. Die Journey startet ja mit der Ideensuche des Reisenden, der Planung, Anreise, Aufenthalt, der Abreise bis hin zur Nachlese in Form von Bewertungen und weiteren Reiseempfehlungen als Aufrechterhaltung der Kommunikation zwischen dem Anbieter und dem Reisenden. All das wird Teil der Booking Welt sein. Der Fokus der Präsentationen lag vor allem auf der künftigen Verschränkung aller technischen Applikationen. Hindernisse wird es nicht mehr geben. Die vielen kleinen Helferlein im Alltag des Reisenden, meist eigene Produkte werden die Kollaboration der Applikationen und die Services rund um die Reise künftig weiter verbessern.

Was spielen Attraktionen hier für eine Rolle?

Bisher spielen Attraktionen eher am Rande eine Rolle. Wir sind das Add On, obwohl wir ja eigentlich als die touristischen Leistungsträger der Grund einer Reise sind. Transport und Übernachtung sind der Mittel zum Zweck. Attraktionen, landestypische Gastronomie und die einheimischen Menschen sind ja eher der Faktor Unterschied von Daheim. Künftig wird der Reisende noch stärker als heute über seine Rahmenprogramme in der jeweiligen Destination seiner Wahl hingewiesen, abgeholt und die Angebote online buchbar gemacht. Diese werden ihm künftig prominent bei der Destinationsauswahl angezeigt und im Buchungsprozess für Hotel und/oder Transport direkt mitgeliefert. Die Attraktionen werden also mit Partnern wie Booking sehr viel früher als bisher im Auswahlprozess des Buchers erscheinen. Die Reichweite von Ticketing, Markenbewusstmachung, Information was mich erwartet, wird für die eigene Attraktion erheblich vergrößert. Holten wir den Berlin-Besucher bisher im Taxi, im Bus, am Bahnhof oder Flughafen, in U- und S-Bahn oder im Hotel oder Hostel ab, so sind wir jetzt bei ihm daheim schon auf dem Display buchbar, wenn er denn Berlin als Destination auswählt.

Großartige neue Möglichkeiten – könnte man meinen.

Was spielen booking & Co. für eine Rolle?

Booking hat als eines der wenigen Unternehmen keinen Gerichtsstand in Deutschland. Dieser ist in Amsterdam, Niederlanden. Was im Hotelbusiness bereits gelebte Realität für Booking ist, werden sie auf die Welt der touristischen Anbieter ausweiten. Reisemittler werden sich mehr und mehr mit den Anbietern in den Destinationen verbinden wollen, die touristischen Anbieter werden darum kämpfen müssen, dass die Direktanbindungen mit diesen Partnern etabliert werden und auch funktionieren. Die touristischen Anbieter werden mehr und mehr erkennen ob und welchen Wettbewerbsvorteil es zu erlangen gilt. Booking bietet ihren Service immerhin weltweit und in 40 Sprachen der Erde an. Wie viele Sprachen bietet Ihre Website? Wie groß ist vor allem die Reichweite Ihrer Website, also wie viele Menschen erreicht Sie tatsächlich? Dieses Business beherrschen Booking & Co. ausgezeichnet. Sie klären auf, wie wichtig es dem Kunden ist, Ticketing über deren Portale zu ermöglichen, die weltweite Vermarktung der eigenen Marke zu nutzen und die gesamte Bandbreite an Möglichkeiten zu erleben. Und: alles ohne digitale Hürden oder die sogenannten Medienbrüche. Ob der Berlin-Besucher das benötigt oder nicht, bleibt womöglich unbeantwortet, es wird einfach vorausgesetzt der Reisende nutzt das Angebot, so wie bei den E-Rollern.

Was kann die Digitalisierung im Reisebereich künftig leisten?

Und ja – so haben wir uns doch Reisen immer vorgestellt, oder? Einfach, schnell, interaktiv und proaktiv. Hat der Shuttle oder Zug Verspätung, soll die Airline das schon wissen, informiert werden und mögliche Ausfall- bzw. Ausweichszenarien erkennen. Alle reservierten Folgepunkte werden automatisch informiert. Rasch werden die Angebote erstellt und der Reisende informiert. Dieser muss sich um kaum noch etwas kümmern, muss nur noch entscheiden, umbuchen und bezahlen. Die elektronischen Tools übernehmen die weitere Planung der Reise.

Eine wunderbare neue digitale Welt.

Was haben wir vergessen zu beachten?

INTOURA hat häufig und eindringlich davor gewarnt, die digitale Distribution zu stark in den Vordergrund der Vermarktung zu stellen. Trotzdem entscheidet jeder selbst. So habe ich im Museum seit ca. 1 Jahr eine Partnerschaft mit Booking – bisher allerdings ohne direkte Anbindung. Der direkte Kontakt zu unseren Besuchern ist mir viel Wert in das eigene Marketing zu investieren. Kundenbindung und Loyalität sind sicher Punkte für eine separate Kolumne und sehr weitläufig und ein streitbares Thema. Es gibt für mich einige wenige Attraktionen, die wichtigere Aufgaben zu bewältigen haben. Website, Sprachen, Buchbarkeit, Kommunikation und die Qualität der Leistung selbst sind bei manchen wichtiger, als die überregionale Vermarktung. Auf Hotelsuchmaschinen die eigene Attraktion abzubilden, ist meines Erachtens nur ein kleiner Teil der Distribution und noch zu vernachlässigen. Die Verteilung sollte auf mehrere Partner verteilt sein, das ist nicht nur bei der Geldanlage eine gute Strategie.

Zudem habe ich bei diesen Anbietern keinerlei Zugriff auf die Daten!
Was, wenn morgen durch Rezession, Anschläge, Krieg oder Naturkatastrophen die Umsätze wegschmelzen und die Besucher ausbleiben? Es gibt dann womöglich keinerlei direkte Ansprache an den Besucher durch den Leistungsträger. Die Abtrennung der Gastdaten durch den Mittler der Leistung ist ein großes Thema und bisher wenig beachtet. Daher liegen meine Bestrebungen ganz klar darin, die Social Media Arbeit, die Öffentlichkeitsarbeit, die Arbeit an der Sammlung weiter zu verstärken. Wir arbeiten permanent am Aufbau unserer Community und den Verbindungen zwischen den einzelnen Berührungspunkten mit dem Museum. Das wir alle sozialen Medien und die technischen Möglichkeiten ausschöpfen, muss ich nicht betonen.
Mein Rat ist also: an Morgen denken und schauen, wie wir den Bezug zu unserer Community weiter ausbauen, Gastbindung herstellen und verstärken. Übrigens spielt die Qualität unserer Mitarbeiter dabei eine ebenso wichtige Rolle, wie die Motivation, für die wir alle in unserem Unternehmen täglich arbeiten. Das ist doch der Riesen-Vorteil den wir der digitalen Welt voraushaben. Hier in unseren Attraktionen arbeiten Menschen für Menschen und geben dem Berlin-Besucher das jeweils einmalige Gefühl in etwas Besonderem gewesen zu sein, eine einzigartige Erfahrung mit Unterhaltungswert und ein besonderes Erlebnis mitgenommen zu haben.

Wir werden bei INTOURA weiter diskutieren, damit uns das Morgen in der digitalen Welt keine Angst bereitet und wir die großartigen Chancen die sich uns bieten filtern, erkennen und nutzen.


Herzliche Grüße,
Ihr Gordon von Godin
INTOURA e.V,
www.intoura.berlin


Links:
https://www.booking.com
https://clickevent.booking.com

INTOURA kritisiert Informationsstelen des Touristischen Informationssystems Berlin

PRESSEINFORMATION

Einseitige Auswahl, fehlende touristische Attraktionen, fraglicher Mehrwert – so lassen sich die Informationsstelen des TIB in Kürze beschreiben.

Am 28. Oktober 2019 wurden erstmals die neuen Informationsstelen im Rahmen des Touristischen Informationssystems Berlin (TIB) gezeigt und vorgeführt. Die erste Stele ging dabei als Teil der Pilotphase am Breitscheidplatz in Berlin-Charlottenburg in Betrieb. Es ist geplant, bis 2020 insgesamt 220 Stelen in Berlin aufzustellen, die Touristen und Einwohnern Informationen zu touristischen Zielen sowie weitere Services bieten sollen. INTOURA e.V., der Branchenverband touristischer Leistungsträger in Berlin, nimmt zur Ausführung der bereits 2013 beschlossenen Maßnahme (Aufstellung von Informationsstelen zur Ergänzung der touristischen Wegweisung) wie folgt Stellung:

INTOURA kritisiert die sehr einseitige Auswahl touristischer Attraktionen für die Informationsstelen. Anhand der acht Stelen für die Pilotphase lässt sich bereits erkennen, dass staatliche und kommunale Attraktionen zum überwiegenden Teil bevorzugt werden. Es besteht scheinbar kein Anspruch, das flächendeckende Angebot an touristischen Angeboten adäquat abzubilden.

Keine Präsenz wichtiger Attraktionen

Der Content der Stelen ist in die Inhaltskategorien „Standort, Meistbesucht, Unvermutet, Persönlich, Draußen“ unterteilt. Bei der Präsentation der Informationsstelen wurde zur Kategorie „Meistbesucht“ mitgeteilt, dass es sich um die im Umkreis von 500 Metern meistbesuchten Orte bzw. Orte mit großem touristischen Interesse handle. Wer sich den entsprechenden Umkreis näher betrachtet, wird verschiedene privatwirtschaftliche touristische Attraktionen vermissen, die – gemessen an ihrer Besucherzahl und der Popularität auf Bewertungsportalen wie TripAdvisor, Yelp, Google Maps u.a. – vertreten sein sollten. Auch dies ist ein Indiz, dass bei der Auswahl selektiv und unverhältnismäßig vorgegangen wurde.

Technologie muss Mehrwert bringen

Die Stelen selbst zeichnen sich in technischer Hinsicht meist durch kostenloses WLAN aus und sind als digitale Versionen (mit Touchscreen und Kartengrafik) und in analoger Ausführung (mit Kartengrafik ohne Touchscreen) konzipiert. Hier sollte man sich die Frage nach dem Mehrwert stellen, den eine Informationsstele liefern kann: Von den insgesamt 220 Stelen ist nur ein Drittel in digitaler Ausführung geplant. Das wichtige interaktive Element fehlt also bei fast 150 Informationsstelen vollständig, die Platzierung von umfangreichen Inhalten ist nahezu unmöglich geworden.

Wenn sich Besucher mit Google Maps und vergleichbaren touristischen Apps in Berlin informieren, muss eine Stele lokale Insights und Features bieten, die nirgendwo anders verfügbar sind, damit sie einen Mehrwert bietet und die vielfältige Nutzung erlaubt. INTOURA-Vorstand Hendrik Frobel schrieb zum Thema Technologie bereits im April 2019 an die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (SenUVK):

„Komplett außer Acht gelassen wurde bei der Planung, dass Berlin als Start-up- und Kreativ-Hotspot das Zeug dazu hat, ein Wegeleitsystem der Zukunft zu entwickeln […] Im Zuge einer smarten City sollten auch smarte Wegeleitsysteme eingeführt werden. […] Durch solche Dienstleistungen und Services würde man auch einen echten Mehrwert für die Berliner Bevölkerung schaffen und eine weitere Dimension für die Nutzung der Stelen entwickeln.“

Dialog gegen Ausgrenzung touristischer Attraktionen

INTOURA möchte deshalb im konstruktiven Dialog erreichen, dass sich die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz sowie die ausführende Arbeitsgemeinschaft für die Belange privatwirtschaftlicher touristischer Attraktionen öffnen. Vorstand Hendrik Frobel mahnt mit deutlichen Worten: „Es kann nicht im Sinne der Stadt sein, wenn Berliner Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen und Steuern zahlen, im neuen Touristischen Informationssystem ausgegrenzt werden, um staatliche und kommunale Einrichtungen zu bevorzugen.“ Ein erster Schritt kann die deutliche Aufstockung von digitalen Informationsstelen sein. Damit wird Platz für die Darstellung von Attraktionen geschaffen, die in der Pilotphase keine Berücksichtigung fanden.


Hintergrund: Die touristische Wegweisung in Berlin ist angesichts der konstant steigenden Besucherzahlen ein Thema, das seit vielen Jahren bekannt ist und dringend einer Lösung bedarf. 2004 begann die Stadt mit der Installation der Wegweisung für Touristen. 2013 beschloss man auf politischem Parkett, dass dieses System um sogenannte Informationsstelen erweitert werden solle. Drei Jahre später änderte sich die Zuständigkeit, sodass ab 2016 die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (SenUVK) verantwortlich zeichnete. Im Jahr 2017 begann das Planungsverfahren, im April 2019 wurde das Konzept erstmalig Betreibern touristischer Attraktionen vorgestellt. Das Projektmanagement und den Betrieb der Stelen verantwortet die Grün Berlin GmbH, die Planung wurde der Arbeitsgemeinschaft ON architektur / Weidner Händle Atelier übertragen. Bis 2023 sollen insgesamt 220 Informationsstelen in der Stadt aufgestellt werden, davon ist jedoch nur ein Drittel digital und interaktiv. Die Pilotphase kostet rund 1,2 Millionen Euro, für die Installation aller Stelen sind voraussichtlich 17 Millionen Euro erforderlich.


Kontakt INTOURA Geaschäftsstelle:
Anja Hendrischk
Geschäftsstellenleitung
Interessenverband der touristischen Attraktionen Berlins e.V.
Lobeckstraße 35, 10969 Berlin
Tel +49 30 403 65 709 1
Fax +49 30 403 65 709 9
Mobil +49 178 794 33 33
hendrischk@intoura.berlin 
www.intoura.berlin

Der INTOURA e.V. ist seit 2011 der Branchenverband der touristischen Leistungsträger Berlins. Unsere Mitglieder begrüßen über 40 Mio. Gäste jährlich. Wir bündeln die individuellen und branchenrelevanten Interessen von allen an Berlins Tourismus interessierten Unternehmen und Einzelpersonen.

Wir bilden das Bindeglied zu den Vertretern der Stadt, erreichen die Entscheidungsträger des Tourismus und nehmen kritisch Stellung zu aktuellen, branchenrelevanten Themen. Dabei behalten wir die gesamtwirtschaftliche Standortpolitik unserer Stadt im Blick und verschaffen kleinen wie großen Mitgliedern an den relevanten Stellen, mit starker und konstruktiver Stimme Gehör.