INTOURA diskutiert das Berliner Tourismuskonzept 2018+ mit Politik und Wirtschaft

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Hendrik Frobel fordert daher: „Wir als touristische Attraktionen müssen endlich stärker gehört und nachhaltiger eingebunden werden, wenn es um die Planung und Entwicklung von touristischen Maßnahmen geht. Wir sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Hauptstadt. Wir können uns zielführend einbringen – und wir wollen auch.“

  • Branchenverband INTOURA fordert stärkere Einbindung, um Unklarheiten auszumerzen
  • INTOURA-Vorsitzender Hendrik Frobel: „Bis dato ist das Tourismuskonzept voller Leerstellen, die Raum für Spekulationen lassen. Es muss ausformuliert werden, wie man einzelne Maßnahmen umsetzten möchte – und das bestenfalls gemeinsam.“
  • Diskussionspunkte: die Datengrundlage des Tourismuskonzepts, der Runde Tisch Tourismus und das Thema Tourismus-Akzeptanz

Berlin, 30. Mai 2018. Das neue Berliner Tourismuskonzept wirft – insbesondere für die Attraktionen der Hauptstadt – viele Fragen auf. Aus diesem Grund lud INTOURA, der Interessenverband der touristischen Attraktionen Berlins, am 29.05.2018 zu einer Podiumsdiskussion mit Gästen aus Politik und Wirtschaft, um über die Folgen und Umsetzungsmöglichkeiten des neuen Tourismuskonzepts 2018+ für die Stadt Berlin zu sprechen.

Hendrik Frobel, 1. Vorsitzender INTOURA e.V., zieht Fazit: „Das Tourismuskonzept ist an vielen Stellen unklar, das hat die Diskussion ganz klar gezeigt. Hier muss unbedingt nachgearbeitet werden. Sonst wird es weiterhin zu viele verschiedene Lesarten für das Konzept geben, die uns ausbremsen und zu Kontroversen sowie unnötigen Diskussionen führen.“ Bereits in der Vergangenheit hat der Branchenverband den Berliner Senat wiederholt auf offene Punkte im Tourismuskonzept bezüglich der verwendeten Daten oder fehlender Aussagen, zum Beispiel zu konkreten Maßnahmen oder zur Finanzierung, hingewiesen. Bislang ohne Erfolg. Hendrik Frobel fordert daher: „Wir als touristische Attraktionen müssen endlich stärker gehört und nachhaltiger eingebunden werden, wenn es um die Planung und Entwicklung von touristischen Maßnahmen geht. Wir sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Hauptstadt. Wir können uns zielführend einbringen – und wir wollen auch.“ Die Mitglieder von INTOURA tragen mit jährlich über 40 Millionen Gästen zum Tourismus als stärkstem Wirtschaftszweig Berlins bei und sind innerhalb der Branche der größte Wachstumstreiber.

 Von der Theorie in die Praxis: Die Diskussion

Unter anderem folgende Punkte bestimmten am gestrigen Abend die Diskussion im Europäischen Haus:

  • Verfremdung der Grundlagenstudie: Basis für das Tourismuskonzept war eine Studie der dwif Consulting GmbH gemeinsam mit der Humboldt-Innovation GmbH. INTOURA liegt eine Stellungnahme der dwif Consulting GmbH vor, die unter anderem besagt, dass die „[…] Studie erheblich überarbeitet sowie an einigen Stellen stark in ihren inhaltlichen Aussagen verändert [wurde]. So wurden beispielsweise einige […] für das Verständnis und die Grundaussage der Konzeption wichtigen Kapitel(teile) herausgenommen, stark vereinfacht oder gekürzt oder aber andere hinzugefügt, die […] [die] Ergebnisse nicht zwingend stützen können […].“ Aus diesem Grund vertritt INTOURA die Auffassung, dass es sich vielmehr um erste Leitlinien handelt, die nun in ein konkretes Konzept mit Zuständigkeiten, zeitlichen Vorgaben und der Zusicherung von finanziellen Mitteln gegossen werden müssen. Dazu Hendrik Frobel: „Natürlich müssen die politischen Ziele mit der Datenlage zusammengebracht werden. Allerdings wurden bei der Datenerhebung weder die touristischen Attraktionen noch die Kultur- und Sporteinrichtungen mit ihren Umsatz-, Gästen- oder Mitarbeiterzahlen vollständig berücksichtigt. Dies ist jedoch notwendig, um ein realistisches Bild vom Zustand des Berliner Tourismus zu zeichnen.“ Laut Umfragen von INTOURA sind innerhalb der Attraktionen die Wachstumsraten der vergangenen zwei Jahre im Vergleich zu den vergangenen zehn Jahren, anders als in der Studie aufgezeigt, rückläufig.
  • Erweiterung des „Runden Tisch Tourismus“: INTOURA fordert nach wie vor einen dauerhaften Sitz am Runden Tisch Tourismus. Nur unter Einbindung aller relevanten Player können übergeordnete Projekte zwischen Kultur, Sport und Tourismus sinnvoll konzipiert und nachhaltig umgesetzt werden. Zu diesen Projekten zählen zum Beispiel ein flächendeckendes und kostenloses WLAN, die Schaffung eines einheitlichen Wegeleitsystems oder einer Buchungsplattform für die touristischen Leistungsträger sowie umfangreiche Marktforschung. Hendrik Frobel bekräftigt: „Wir als Attraktionen Berlins sind der am stärksten wachsende Teilbereich im Tourismus. Es ist unstrittig, dass die Attraktionen und Kulturbetriebe den maßgeblichen Impuls bei den Besuchern setzen, um eine Reiseentscheidung für Berlin zu treffen. Wir müssen daher frühzeitig in die Gestaltung touristischer Maßnahmen eingebunden werden – und auch in deren Controlling. Dass wir davon mehr brauchen, um mehr Zug in die Umsetzung von Maßnahmen zu bringen – darüber waren sich alle Diskussionsteilnehmer einig.“
  • Mehr Förderung der touristischen Akzeptanz: Das Tourismuskonzept spricht von sinkenden Tourismus-Zustimmungsraten. Dies liegt unter anderem daran, dass die Befragten oftmals nicht zwischen Touristen und Einheimischen unterscheiden – sich vor allem aber an den Folgen einer hohen Besucherfrequenz, egal ob von in- oder extern, stören. Fakt ist: Das Image des Touristen leidet unter dieser undifferenzierten Wahrnehmung. INTOURA plädiert dafür, mehr Geld für die Reinigung, den Ausbau der Infrastruktur rund um Besucher-Highlights sowie Aufklärungsarbeit und Image-Kampagnen rund um den Tourismus und Berlins Rolle als Gastgeber zur Verfügung zu stellen. Dazu Hendrik Frobel: „Finanzierbar wären diese Maßnahmen aus der City Tax. Dann würde das Geld, das aus dem Tourismus entnommen wird, auch wieder dorthin zurückfließen. Dies wäre zum Beispiel durch einen neuen Haushaltstitel für die Aufwertung des öffentlichen Raums möglich.“

Hendrik Frobels Appell an alle Beteiligten: „Uns muss es gelingen, touristisches Wachstum zu forcieren – sowohl qualitativ als auch quantitativ – und gleichzeitig die Lebensqualität in Berlin deutlich zu steigern. Ich bin der festen Überzeugung, dass es dafür Wege gibt. Das Tourismuskonzept ist in seiner bisherigen Form noch viel zu wenig konkret. Das muss sich ändern – und dafür müssen wir alle an einem Strang ziehen. Die Arbeit beginnt jetzt.“

 Politik, Wirtschaft, Branche: Die Teilnehmer von „INTOURA diskutiert“

Auf dem Podium anwesend waren:

  • Anna Hochreuter, zuständige Abteilungsleiterin für Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsordnung in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe
  • Christian Andresen, DEHOGA Präsident Berlin und Geschäftsführender Gesellschafter The Mandala Hotel
  • Sabine Wendt, Leiterin Strategie und Steuerung sowie Prokuristin bei visitBerlin
  • Hans-Jörg Schulze, Vorsitzender des Tourismusausschusses der IHK Berlin und Geschäftsführer BBS Berliner Stadtrundfahrten
  • Quirin Graf Adelmann v.A., Geschäftsführer DDR Museum

Sehr gerne steht Ihnen Hendrik Frobel, 1. Vorsitzender INTOURA e.V., für ein Hintergrundgespräch oder Interview zur Verfügung.


Hier finden Sie das INTOURA-Positionspapier zum Tourismuskonzeot 2018+:

INTOURA Positionspapier Tourismuskonzept 2018+


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